Danke!

Für alle die da waren, war mal eine richtig schöne Demo.

Hier die Presseerklärung der Protestgruppe zu den Geschehnissen nach der Demo:

Die Protestgruppe der Universität Siegen verurteilt den gestrigen Polizeieinsatz in der Siegener Innenstadt.

Die gestrige, angemeldete Demonstration „Gegen Studiengebühren und Sozialabbau“ verlief aus unserer Sicht durchweg positiv.

Es nahmen zwischen 300 und 400 Personen an der Demonstration teil, während der Demonstration gab es keine Zwischenfälle. Gegen einige Personen, die während der Zwischenkundgebung auf dem Siegener Rathausplatz mit Kreide malten, darunter auch Kinder, ging die Polizei jedoch vor. Es kam zu einer kurzen Rangelei, die jedoch rasch endete. Daraufhin „tolerierten“ die Einsatzkräfte die Malereien.

Die Demonstration endete pünktlich mit der angemeldeten Abschlusskundgebung in der Siegener Bahnhofsstrasse. Der Anmelder der Demonstration erklärte diese im letzten Redebeitrag für aufgelöst, woraufhin sich ein spontaner Demonstrationszug von ca. 100 Menschen formierte, der sich in Richtung „Koch´s Ecke“ in Bewegung setzte. Die 4 PolizeibeamtInnen vor Ort versuchten daraufhin, ohne zuvor den Dialog mit den TeilnehmerInnen dieser Spontandemo zu suchen, den Weg zur Kreuzung zu blockieren, griffen dabei ohne Ankündigung mehrere Personen aus der Menge und versuchten diese unter Anwendung von Gewalt festzuhalten. Dabei schlugen und traten PolizistInnen auf DemonstrationsteilnehmerInnen ein und setzten bereits Pfefferspray ein.

Daraufhin wurde die Demonstration von der Polizei in Richtung City Galerie/Sieg Carré zurückgedrängt. Die Einsatzkräfte bekamen zu diesem Zeitpunkt Verstärkung, wobei die hinzugekommenen Kräfte offenbar überhaupt nicht über die Situation aufgeklärt waren. Nunmehr wurden DemonstrationsteilnehmerInnen und PassantInnen gleichermaßen von der Polizei attackiert, wobei mehrere Personen, zum Teil ohne Angabe von Gründen, in

Gewahrsam genommen wurden. In dem entstandenenen Durcheinander, in dem es sichtlich schwer fiel DemonstrationsteilnehmerInnen und PassantInnen auseinanderzuhalten, setzte die Polizei wiederum Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Dabei wurden nicht nur PassantInnen und Demonstrationsteilnehmer verletzt, sondern die BeamtInnen verletzten sich auch gegenseitig. Eine Polizistin etwa musste, nachdem sie von einem Kollegen mit Pfefferspray besprüht worden war, im Krankenhaus behandelt werden.

Eine 86-jährige Passantin, die sich im Eingangsbereich der City Galerie aufhielt, wurde in dem entstandenen Handgemenge zu Boden geworfen. Einige DemonstrationsteilnehmerInnen kümmerten sich um die alte Frau und leisteten Hilfe, während die PolizistInnen sogar die Anfahrt des Rettungswagens behinderten. Viele aufgebrachte BürgerInnen verurteilten lautstark den Polizeieinsatz und stellten sich zum Teil den BeamtInnen in den Weg.

Während der Auseinandersetzungen wurden insgesamt 9 Personen von der Polizei vorläufig in Gewahrsam genommen. Entgegen der Presseerklärung der Polizei Siegen, handelte es sich bei diesen Personen keineswegs vorwiegend um Auswärtige: 7 Personen kamen aus Siegen und der Region – bei den beiden anderen Personen handelte es sich um Studierende aus dem Ruhrgebiet.

Nach Beendigung des Polizeieinsatzes versammelten sich cirka 50 Menschen zu einer spontanen Kundgebung vor der Polizeihauptwache in Siegen-Weidenau. Den Anwesenden wurden auch auf Nachfrage keine Informationen über den Verbleib oder Gesundheitszustand der Inhaftierten gewährt. Erst auf Nachfrage eines Mitgliedes des Rates der Stadt Siegen konnte ein Dialog ermöglicht werden.

Im Laufe des Abends wurden alle in Gewahrsam genommenen Personen wieder freigelassen.

Die Protestgruppe der Universität Siegen verurteilt den aus ihrer Sicht vollkommen überzogenen Polizeieinsatz und die brutalen Festnahmen auf das Schärfste. Die Eskalation ging von der Polizei aus. Dies wurde gestern bereits von PassantInnen beobachtet, die dies auch gegenüber den anwesenden Medienvertretern bestätigten.

Die Protestgruppe der Universität Siegen zeigt sich zutiefst erschrocken und betroffen aufgrund der gestrigen Ereignisse in der Siegener Innenstadt, vor allem aufgrund der Tatsache, dass die 86-jährige Passantin verletzt wurde. Wir wünschen der Dame eine baldige Genesung und alles Gute.

Wir behalten es uns vor in den nächsten Wochen Aktionen gegen die Polizeibrutalität und –repression hier in Siegen durchzuführen und so zu zeigen, dass wir nicht bereit sind der Kriminalisierung von Studierendenprotesten tatenlos zuzusehen.

Die Protestgruppe der Universität Siegen

Berichte gibts auf http://www.de.indymedia.org

Alle Leute die die Vorfälle gesehen haben, sollten sich in den nächsten Tagen im AStA der Uni Siegen melden.


Eine Reaktion zu “Danke!”

  1. Andrew Cox

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